Die Unterteilung von Hunden in Rassetypen basierend auf ihren Eigenschaften hilft, ein besseres Verständnis für ihre Verhaltensweisen und Bedürfnisse zu entwickeln. Hier sind die wichtigsten Rassetypen zusammengefasst:
Herdenschutzhunde: Diese großen Hunde haben ein gemäßigtes Temperament und sind eher selbstständig. Sie sind wenig bellfreudig und besitzen eine niedrige Erregungslage. Ihr ausgeprägtes Territorialverhalten und die enge Bindung an ihre Herde machen sie zu idealen Beschützern. Sie arbeiten oft ohne direkte menschliche Hilfe.
Treibhunde: Diese Hunde sind oft kleiner, aber sehr aktiv und selbstständig. Sie benötigen die Zusammenarbeit mit dem Menschen und zeichnen sich durch eine hohe Erregungslage aus. Sie sind bellfreudig und haben ein starkes territoriales Verteidigungsverhalten.
Hütehunde: Sie sind besonders aktiv und zeichnen sich durch ein starkes Beuteverhalten aus. Ihre Aufgabe ist es, die Herde zusammenzuhalten und zu treiben. Sie sind sehr bellfreudig und körperlich empfindsam, um mit den Tieren effektiv zu arbeiten.
Jagdhunde: Diese Hunde sind auf verschiedene Jagdarten spezialisiert, darunter Vorstehhunde, Stöberhunde, Apportierhunde, Wasserhunde, Terrier und Windhunde. Jeder Typ hat spezifische Fähigkeiten, um bestimmte Jagdtechniken zu unterstützen.
Hund vom Urtyp: Diese Hunde zeichnen sich durch eine große Selbstständigkeit aus und sind sozial aufgeschlossen, aber ohne eine spezifische Aufgabe oder Spezialisierung. Sie sind flexibel und anpassungsfähig.
Schlittenhunde: Diese Hunde sind besonders lauffreudig und haben ein starkes Jagdverhalten. Sie sind weniger empfindlich und neigen eher zum Jaulen als zum Bellen, was sie für das Ziehen von Schlitten in extremen Bedingungen geeignet macht.
Hofhunde: Sie sind sehr wachsam und melden alles Ungewöhnliche. Mit ihrem geringen Jagdverhalten und hoher Bellfreudigkeit schützen sie das Zuhause. Ihr starkes Territorialverhalten macht sie zu effektiven Wachhunden.
Schutzhunde: Diese Hunde sind leicht zu trainieren und sehr aktiv. Sie haben eine hohe Bereitschaft zu bellen und zeichnen sich durch geringere soziale Aufgeschlossenheit aus. Ihr ausgeprägtes Territorialverhalten und Jagdverhalten machen sie zu idealen Schutzhunden.
Gesellschafts- und Begleithunde: Diese Hunde sind besonders sozial und aufgeschlossen, aber weniger selbstständig. Sie sind empfindlicher und zeigen kein ausgeprägtes territoriales Verhalten. Sie eignen sich hervorragend als treue Begleiter und Familienhunde.
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ISBN: 978-3-440-16008-4